Wenn man hohe Ansprüche an sich selbst stellt, ist man oftmals mit seinen Foto- oder Bildbearbeitungsergebnissen unzufrieden und merkt gar nicht, wie sehr man sich in den letzten Monaten oder Jahren weiterentwickelt hat. Ein Blick in die Vergangenheit kann helfen.

Auf dem Titelbild seht ihr Kathi. Vor rund zwei Jahren hatte ich mich mit ihr, ihrem Mann und meiner Freundin zum Eis essen verabredet. Das sollte allerdings hauptsächlich die Wartezeit überbrücken, bis das Licht rund um das Dortmunder “U” ideal zum Fotografieren sein würde. Lecker war es trotzdem und wir konnten schon mal ein paar Ideen besprechen. Wir kennen uns und hatten nur ganz locker abgeklärt, welche Kleidungsstücke ein absolutes “No-Go” seien. Groß geplant war also nichts, wir wollten uns ein wenig treiben lassen und die Straßen in der Umgebung erkunden. Dabei entstanden schlussendlich einige schöne Aufnahmen, die sich bis heute in meinem Portfolio wiederfinden.

Vor einiger Zeit habe ich mein Reportage-Portfolio aktualisiert und dabei fiel mir einmal mehr auf, dass einige Portraits in meinem Portfolio der Qualität meiner Arbeiten im Dokumentarbereich deutlich nachstehen. Bereits Anfang des Jahres hatte ich mir vorgenommen, wieder mehr Portraits zu schießen, nachdem ich in den vergangenen zwei Jahren beinahe ausschließlich dokumentarisch gearbeitet hatte. Da das Licht nicht immer mitspielt, plante ich die Ergänzung meiner Ausrüstung um Stativ, Funkauslöser und Lichtformer. Schließlich kann man sich sein Licht auch selbst setzen – und das sehr effektiv. Als Pentax-Nutzer ist man dummerweise gestraft, denn es gibt – verglichen mit den großen Kameraherstellern – wenig Zubehör auf dem Markt. Bis heute habe ich keine für mich passende Ausrüstung zum externen Blitzen beisammen. Wochenlang schrieb ich gar mit dem Support eines Herstellers, dessen Auslöser partout nicht mit meinem Blitz funktionieren wollte. Demotivierend.

Vor einigen Tagen packte mich nun wieder die Lust und aufgrund meiner eigenen Ansprüche beschloss ich, zunächst wieder etwas tiefer in die Bildbearbeitungsmaterie einzusteigen. Bei meinen Reportage-Aktivitäten kommen schnell einmal 80 oder 100 Bilder zusammen, die ich weiterreiche. Da ist es nicht effektiv, jede Aufnahme via Bildbearbeitung zu verfeinern, dort kommt es auf bestmögliche RAW-Entwicklung, das Umwandeln von Rohdaten der Kamera in eine fertige Bilddatei an. Für meine Übungseinheit schnappte ich mir ein Foto aus dem Shooting mit Kathi. Bereits nach der RAW-Entwicklung war klar, dass ich in den zwei Jahren dazugelernt habe. Ich denke, das finale Ergebnis spricht für sich.

Für meine Begriffe bin ich weiterhin ein gutes Stück davon entfernt, Bilder wirklich professionell zu bearbeiten. Mehr als eine “Basis-Retusche” ist es noch nicht. Allerdings haben mir dieses Herauspicken eines Fotos von “damals” und das Bearbeiten im Stil von “heute” geholfen. Ich werde noch ein paar Fotos retuschieren und dann hoffentlich bald mein Portrait-Portfolio ebenfalls aktualisieren; mit alten Aufnahmen, die ich neu bearbeitet habe und mit gänzlich neuen Werken. Vielleicht schaffe ich es in Zukunft auch, den Weißabgleich beim Fotografieren richtig zu setzen. Nobody’s perfect, aber es ist immer besser, sich dem idealen Ergebnis in der Kamera anzunähern. Das spart Zeit und erspart Frust.

Du hast auch das Gefühl, Dich nicht weiterzuentwickeln? Schnapp Dir ein Foto aus Deinem Archiv und schau, was Du daraus heute zaubern würdest!

Vorher / Nachher

Mein großes, großes Dankeschön an dieser Stelle gilt Kathi, die mir gestattet hat, ausnahmsweise das “Vorher”-Bild zu zeigen!