Am Sonntag war ich zum Fotografieren im DFB-Museum. Echter und virtueller Fußball geht nicht zusammen? Diverse aktive Fußballer spielen privat gern FIFA und auch im DFB-Museum glühten die Controller.

Rund 100 Akteure fanden den Weg in das Fußballmuseum. Die Stimmung war gut, der Eintritt für Zuschauer frei. Im Radio wurde für die Aktion geworben. Sicherlich gute PR, für Veranstalter wie auch DFB-Museum gleichermaßen, zumal im DFB-Museum viele Menschen zugegen waren, die mit eSport üblicherweise nichts am Hut haben. Das Wichtigste war jedoch, die Spieler hatten ebenso Spaß. Dazu trug auch das ungewöhnliche Turnierformat bei. Üblicherweise treten bei FIFA jeweils ein oder zwei Spieler gegeneinander an. Am Sonntag konnten allerdings auch Einzelspieler antreten und um das Preisgeld in Höhe von 400 Euro für den Erstplatzierten spielen. Letztendlich konnte sich tatsächlich ein Einzelspieler gegen ein Duo im Finale behaupten.

Die späteren Zweitplatzierten zittern
Die späteren Zweitplatzierten zittern

Fairplay wurde groß geschrieben
Fairplay wurde groß geschrieben

Veranstalter des Events in den “heiligen Hallen” des deutschen Fußballs war Gameify. Dahinter steckt Matthias Nowak. Sein Team und er tourten zuletzt, neben diversen Soccer-Hallen, vor allem durch die Fußballstadien unseres Landes um Allianz Arena und Co. mit FIFA-Turnieren zu befeuern. Dabei waren in der Regel zwischen 100 und 300 Akteure an den Controllern aktiv. Ich selbst kenne Matthias von Events der Dwarfy Giants, wo Gameify wiederholt als Co-Veranstalter auftrat und regelmäßig mit einem 128 Spieler fassenden Turnierbaum aufwarten konnte.

Die Facebook-Seite “Fifa Turniere in Deutschland” weist inzwischen knapp 22.000 “Likes” auf. Die Entwicklung erschien mir als Außenstehendem durchweg positiv. Dennoch befindet sich Gameify auf Abschiedstournee. In einem Facebook-Beitrag verkündete er schon am 1. November, er werde sich künftig mehr auf sein Familienleben konzentrieren, das durch seine Aktivitäten als Turnierveranstalter zuletzt deutlich zu kurz kam. Nur noch die bis zu diesem Zeitpunkt bereits zugesagten Events werde er noch über die Bühne bringen.

Der Schmerz der Niederlage
Der Schmerz der Niederlage

Gegen Turnierende hagelte es außer Konkurrenz eine Niederlage für das Maskottchen
Gegen Turnierende hagelte es außer Konkurrenz eine Niederlage für das Maskottchen

Eine für mich nachvollziehbare Entscheidung. Zumal Matthias vor kurzem Vater geworden ist und parallel zu seinem Engagement, weiterhin voll berufstätig war und ist. Irgendwann kommt der Punkt, da steht man an einer Weggabelung und muss rechts oder links wählen. Wenn sich bis dahin die nebenberufliche Tätigkeit nicht so darstellt, dass sich damit eine Familie versorgen lässt, fällt es noch schwerer, diesen Weg zu gehen.

Lieber Matthias, ich wünsche dir und deiner jungen Familie für die Zukunft alles Gute und bedanke mich für die Gelegenheit, dich ein kurzes Stück ehrenamtlich auf deiner Abschiedstournee begleitet haben zu dürfen.

Das Siegerfoto
Das Siegerfoto

220 Euro Überschuss gehen als Spende an die Neven Subotic Stiftung
220 Euro Überschuss gehen als Spende an die Neven Subotic Stiftung, tolle Geste!

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