Mein Schwerpunkt in der Fotografie ist überwiegend der Mensch. Kurz vor dem Jahreswechsel versuchte ich mich an einem Genre, das eigentlich nicht unbedingt meins ist: Der Streetfotografie.

Zunächst einmal wäre an dieser Stelle kurz zu erklären, was Streetfotografie genau ist. Nun, das ist gar nicht so einfach. Die Definitionen sind vielfältig. Vereinfacht gesagt geht es um das Festhalten von Momenten des Alltags. Von Orten. Von Menschen. Das Darstellen der Besonderheit einer nicht wiederkehrenden Situation. Wer sich näher informieren möchte, findet via Suchmaschine einschlägige Seiten.

Ich stelle mich gern selbst vor neue Herausforderungen. Das bloße Fotografieren auf der offenen Straße, reinweg für mich und ohne Model, löst komischerweise immer noch manchmal Unbehagen in mir aus. Streetfotografie ist eine gute Fingerübung um diese Hemmungen abzubauen. Nach ein paar Minuten, wenn ich „ins Fotografieren komme“, legt sich das ganz natürlich. Mein Ziel ist es, diese Spanne zu minimieren.

Kurz vor Silvester schien mir der passende Moment zu kommen, mit der Kamera zur Streetfotografie vor die Tür zu gehen. Am Vorabend hüllte bereits ein gespenstischer Nebel die Koblenzer Innenstadt ein. Das passte perfekt zu meinem Vorhaben, parallel mein Auge zu schulen, Kontraste zu erkennen und in klassischen Schwarzweiß-Fotos darzustellen. Meine Route hatte ich gedanklich bereits geplant: Am Rhein entlang, bis zum deutschen Eck und dann durch die Fußgängerzone zurück.

Rhein im Nebel, kontrastarm, mit langweiligem Vordergrund
Rhein im Nebel, kontrastarm, mit langweiligem Vordergrund

Rhein im Nebel, kontrastreich, mit interessantem Vordergrund
Rhein im Nebel, kontrastreich, mit interessantem Vordergrund

Tatsächlich ergaben die über den Fluss ziehenden Nebelschwaden ein interessantes Bild. Im Nebel ging allerdings der Kontrast verloren und das Ufer war oftmals flach. Daher im oben gezeigten Bild auch der Panorama-Schnitt. Meine einzige Option, ein interessantes Vordergrundelement einzubauen, waren die zu dieser Jahreszeit kahlen Bäume. Insgesamt ergab die sicherlich keine fröhlichen Sommerfotos. Die hatte ich jedoch nie im Sinn.

Mein Rückweg führte mich durch die Innenstadt, wo an diesem Morgen mitten in der Woche jedoch ähnlich wenig los war wie zuvor am Rhein. Dort hatte ich überwiegend Jogger sowie Hundebesitzer angetroffen, die ihre Vierbeiner ausführten. Zwei, drei Motive ergaben sich so noch, ehe ich, nach knapp drei Stunden bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um den Gefrierpunkt, den Rückweg antrat.

Insgesamt bin ich mit der Ausbeute zufrieden. Nächstes Mal werde ich mich noch mehr auf die Menschen konzentrieren.

Im Gleichschritt
Im Gleichschritt

Mensch und Hund
Mensch und Hund

 ,